PV-Größe für ein bis zwei Personen planen
Kleine Haushalte brauchen ein gemessenes Verbrauchsprofil: Jahresmenge, Tagesanwesenheit und verfügbare Dachfläche vor der PV-Anfrage gemeinsam prüfen.
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Familienprofil für eine neue PV-Anlage vorbereiten: tatsächlichen Stromverbrauch, Tagesablauf und geplanten Mehrbedarf statt einer pauschalen Modulzahl prüfen.
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PV-Größe für große private Haushalte planen: Verbrauchsanteile ordnen, mehrere Zähler erkennen und nachvollziehbare Szenarien für die Fachplanung erstellen.
Weiterlesen ↗Zwei Häuser können dieselbe Jahresmenge verbrauchen und Solarstrom trotzdem unterschiedlich nutzen. Entscheidend ist, wann Strom benötigt wird. Die Jahresabrechnung ist der Startpunkt; der Tagesablauf liefert die zweite Perspektive.
Ein Lastprofil beschreibt den Verlauf des Strombedarfs über die Zeit. Ohne Messreihe lässt sich dieses Profil nur grob beschreiben. Das Cockpit weist deshalb keine persönliche Eigenverbrauchsquote aus.
Drei Datenebenen auseinanderhalten
Eine Jahresabrechnung beschreibt eine Menge, ein Zählerstand eine Summe zu einem Datum und eine Leistungsmessung einen momentanen Bedarf. Ordnen Sie Ihre Unterlagen zuerst diesen Ebenen zu. Ein Abrechnungsjahr kann vom Kalenderjahr abweichen; vergleichen Sie dann Zeiträume gleicher Länge.
Erfassen Sie nicht nur den größten Verbraucher. Kühlschrank, Netzwerk und weitere dauerhaft laufende Geräte bilden eine Grundlast. Kochen, Waschen und Warmwasser können kurze Spitzen verursachen. Diese Unterschiede verschwinden in der Jahressumme und bleiben für die spätere Simulation trotzdem relevant.
Tagesanwesenheit beschreiben
Notieren Sie, ob werktags jemand im Haus ist. Homeoffice kann die Nutzung am Tag verändern, beweist aber keinen hohen Direktverbrauch. Ein Laptop benötigt weniger Strom als ein elektrischer Warmwasserbereiter. Benennen Sie Geräte und Gewohnheiten statt einer pauschalen Anwesenheitsquote.
Für einen ersten Vergleich reicht ein typischer Werktag und ein Wochenendtag. Welche Geräte laufen morgens, mittags und abends? Was lässt sich verschieben, ohne den Alltag zu belasten? Kennzeichnen Sie flexible Nutzung getrennt von festen Zeiten. Ein Wunsch ist noch kein nachgewiesenes Lastprofil.
Haushalt und zusätzliche Zähler ordnen
Wenn Heizstrom getrennt abgerechnet wird, führen Sie ihn als eigenes Datenblatt. Prüfen Sie, ob Ihre Haushaltsabrechnung bereits Fahrstrom enthält. Bei zwei Wohneinheiten müssen die Eigentums- und Messverhältnisse vor einer gemeinsamen Nutzung geklärt werden.
Personenzahl ist eine Beschreibung des Haushalts, kein Multiplikator für eine feste PV-Leistung. Kinder, Pflegebedarf, elektrische Warmwasserbereitung und Anwesenheitszeiten können die gleiche Bewohnerzahl sehr unterschiedlich prägen. In den Haushaltsprofilen zeigen wir, welche Angaben für kleine Familien und große Haushalte helfen.
Saisonale Veränderungen berücksichtigen
Die elektrische Heizung braucht häufig dann viel Strom, wenn die solare Erzeugung niedrig ist. Ein ausgeglichenes Jahreskonto sagt deshalb nichts über die Deckung im Winter. Auch Urlaube, wechselnde Anwesenheit und Kühlung können die Monatsmengen verändern.
Wenn Monatsablesungen vorliegen, vergleichen Sie mindestens einen Sommer- und einen Winterabschnitt. Unterscheiden Sie abgelesene Werte von Schätzungen des Lieferanten. Beginnt eine neue Nutzung mitten im Jahr, darf deren Teiljahresverbrauch nicht ohne Erläuterung als vollständige Jahresmenge in die Planung eingehen.
Vom Profil zur fachlichen Prüfung
Stellen Sie einem Fachbetrieb die Jahresmenge, vorhandene Monatswerte und eine kurze Beschreibung des Tagesablaufs bereit. Für eine genaue Eigenversorgungsrechnung sind engere Zeitintervalle und ein passendes Erzeugungsprofil erforderlich. Fragen Sie, welche Messdaten tatsächlich verwendet wurden.
Vergleichen Sie auf derselben Datengrundlage verschiedene Generatorgrößen. Eine hohe Eigenverbrauchsquote allein ist kein Nachweis der besten Anlage: Eine kleine Anlage kann relativ viel ihrer Erzeugung im Haus nutzen und absolut dennoch wenig Strom bereitstellen. Betrachten Sie Mengen und Quoten zusammen.
Fragen und Antworten
Reicht die Personenzahl zur Planung?
Nein. Sie hilft bei der Einordnung, ersetzt aber keine gemessene Jahresmenge und keine Beschreibung der Nutzung.
Muss ich ein Smart Meter besitzen?
Für eine erste Orientierung nicht. Vorhandene Jahresrechnungen und verlässliche Ablesungen sind hilfreich. Die spätere Detailplanung kann zusätzliche Messdaten benötigen.
Werden Tagesprofile im Cockpit simuliert?
Nein. Es vergleicht Jahresmengen und kennzeichnet seine Grenzen offen. Eine persönliche Autarkiequote wird nicht ausgegeben.
Welche Zähler gehören zusammen?
Nur die Zähler, die unter einem fachlich bestätigten Messkonzept der geplanten Anlage zugeordnet werden können. Bloßes Addieren genügt nicht.
Quellen und Einordnung
- Fraunhofer ISE · Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in DeutschlandGrundlagen zur Leistung, Energie und Einordnung von Photovoltaik. Geprüft: 2026-09-18.
- Europäische Kommission · Joint Research Centre · PVGIS 5 User ManualStandort, Orientierung, Neigung und Verlustannahmen für Ertragsberechnungen. Geprüft: 2026-09-18.
- HTW Berlin · Sinnvolle Dimensionierung von Photovoltaikanlagen für ProsumerStudie von 2019; historische Wirtschaftlichkeitsannahmen sind keine heutigen Preiszusagen. Geprüft: 2026-09-18.