Eine sinnvolle Dimensionierung beginnt mit einer Frage: Welche Strommengen und welche Ziele soll die neue Anlage abdecken? Ein einzelner Faktor je Person beantwortet das nicht. Wir verbinden einen gemessenen Verbrauch mit ausdrücklich veränderbaren Annahmen.
Das Cockpit ist ein Werkzeug zum Vergleich. Es berechnet keine Rendite und keine stündlichen Energieflüsse. Eine vollständige Dachbelegung bleibt eine Variante, die ein Fachbetrieb zusätzlich bewerten sollte.
Ausgangsverbrauch sauber bestimmen
Verwenden Sie die verbrauchte Strommenge einer vollständigen Jahresabrechnung. Abschläge in Euro sind keine Verbrauchsdaten. Bei einer vorhandenen Wärmepumpe prüfen Sie, ob deren Zähler bereits in der genannten Menge enthalten ist. Das Gleiche gilt für ein Elektroauto, das zu Hause geladen wird.
Wenn mehrere Zähler vorhanden sind, notieren Sie jede Jahresmenge getrennt. Addieren Sie nur die Mengen, die unter dem geplanten Messkonzept tatsächlich der neuen PV-Anlage zugeordnet werden können. Ein Fachbetrieb muss die Zusammenführung bestätigen. Ein gemeinsamer Gebäudestandort macht aus mehreren Anschlüssen noch kein gemeinsames Lastprofil.
Jahresbilanz als Vergleichsgröße
Unsere erste Variante teilt den Verbrauch durch die untere und obere Ertragsannahme. Im Beispiel ergeben 4.000 kWh und 850–1.050 kWh je kWp ein Fenster von etwa 3,8–4,7 kWp. Damit stehen ähnlich große Jahresmengen gegenüber. Nachts und in schwachen Erzeugungsstunden wird trotzdem Strom aus dem Netz benötigt.
Die zweite Variante verwendet redaktionelle Vergleichsfaktoren von 1,5 und 2,0. Es entsteht ein größeres Prüffenster. Die Faktoren sind weder ein Forschungsstandard noch ein wirtschaftliches Optimum. Sie helfen, Angebote unterschiedlicher Größen auf dieselbe Ausgangsbasis zu beziehen.
Mehrbedarf von bestehendem Verbrauch trennen
Die dritte Variante addiert Ihre geplante zusätzliche Jahresmenge und verwendet dieselben Vergleichsfaktoren. Geben Sie nur neue Lasten an. Ist die elektrische Heizung bereits in Ihrer Ausgangsmenge enthalten, wäre eine zusätzliche pauschale Heizreserve eine Doppelzählung.
Unsichere Anschaffungen können Sie zunächst mit null und anschließend mit einem eigenen Szenariowert durchspielen. Schreiben Sie dazu, ob es sich um einen festen Plan oder eine Möglichkeit handelt. So wird eine unverbindliche Idee nicht versehentlich zur Grundlage eines verbindlichen Angebots.
Dachfläche und ganze Module abgleichen
Für die vorläufige Geometrie rechnen wir mit 440 Wp je Modul und 2,5 m² Planungsfläche je Modul. Der Flächenwert enthält einen pauschalen Puffer. Modulformate, Abstände, Aufständerung und Hindernisse können zu einem anderen Belegungsplan führen. Die Wohnfläche spielt in dieser Formel keine Rolle.
Das Modell rundet die erforderliche Modulzahl auf ganze Module auf. Bei knapper Fläche bleibt das Prüffenster sichtbar; die Jahresmengenrechnung wird auf die theoretisch passende Modulzahl begrenzt. Das Cockpit sagt deshalb ausdrücklich, ob nur ein Teil der Variante in die angenommene Fläche passt.
Ertragsannahmen vor einem Angebot ersetzen
850–1.050 kWh je kWp sind hier Beispielwerte. Sie werden nicht live für Ihre Adresse abgerufen. Für eine standortbezogene Prognose braucht es mindestens Lage, Ausrichtung, Neigung, Horizont und nachvollziehbare Verlustannahmen. PVGIS beschreibt ein solches Vorgehen; ein pauschaler Deutschlandwert ersetzt es nicht.
Vergleichen Sie im nächsten Schritt die Jahresmengen, Monatsverteilung und Verlustannahmen aus den Angeboten. Sind diese Grundlagen verschieden, sind auch gleiche kWp-Zahlen nicht direkt vergleichbar. Lassen Sie die Berechnungsbasis schriftlich erläutern und führen Sie Ertrag und Eigenversorgung als getrennte Kennzahlen.
Was vor der Entscheidung offen bleibt
Ungeklärt bleiben im Cockpit die technische Dachfreigabe, das Messkonzept, die Netzprüfung, die tatsächliche Speichergröße und die Wirtschaftlichkeit. Für eine belastbare Autarkieaussage ist ein zeitaufgelöstes Erzeugungs- und Verbrauchsmodell nötig. Eine Jahresdivision liefert diese Aussage nicht.
Übernehmen Sie Ihre Werte ins Briefing und ergänzen Sie die tatsächlichen Gebäudedaten. Vergleichen Sie anschließend mindestens die verbrauchsbezogene Variante und eine größere, technisch mögliche Belegung. Die hier verlinkte HTW-Studie stammt aus 2019; ihre damaligen Preise und Regeln werden nicht als heutige Zusage übernommen.
Fragen und Antworten
Ist die Flächengrenze eine Montagefreigabe?
Nein. Sie ist eine grobe Geometrierechnung. Hindernisse, Abstände, Tragfähigkeit und elektrische Auslegung müssen separat geprüft werden.
Warum ändert ein Speicher nicht das Prüffenster?
Die Jahresmengenrechnung simuliert keine zeitliche Verschiebung. Ein Speicherwunsch wird deshalb im Briefing erfasst und von der eigentlichen Generatorgröße getrennt geprüft.
Sind die Vergleichsfaktoren normiert?
Nein. 1,5–2,0 sind ausdrücklich eigene redaktionelle Szenarioannahmen. Sie sind keine zertifizierte Berechnungsmethode.
Was passiert bei null Quadratmetern Fläche?
Die rechnerisch belegbare Leistung und die flächenbegrenzte Jahresmenge sind null. Das Verbrauchsfenster bleibt zur Orientierung sichtbar.
Quellen und Einordnung
- Fraunhofer ISE · Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in DeutschlandGrundlagen zur Leistung, Energie und Einordnung von Photovoltaik. Geprüft: 2026-09-18.
- Europäische Kommission · Joint Research Centre · PVGIS 5 User ManualStandort, Orientierung, Neigung und Verlustannahmen für Ertragsberechnungen. Geprüft: 2026-09-18.
- HTW Berlin · Sinnvolle Dimensionierung von Photovoltaikanlagen für ProsumerStudie von 2019; historische Wirtschaftlichkeitsannahmen sind keine heutigen Preiszusagen. Geprüft: 2026-09-18.